piwik
Auf dem offiziellen Piwik-Blog wurde nun eine Beitragsreihe gestartet, die sich um den effektiven Einsatz von Piwik dreht. Den Auftakt macht der Eintrag “7 Gründe warum eine kommerzielle Seite Piwik benötigt” (7 Reasons Why Your Commercial Site NEEDS Piwik).

7 Gründe Piwik auch bei kommerziellen Projekten einzusetzen

Die angeführten Gründe möchte ich kurz wiedergeben und kommentieren:

1. Die Daten gehören Dir

Das die Daten im eigenen Besitz sind, ist sicherlich der größte Vorteil von Piwik, auch aus rechtlichen Überlegungen heraus. Niemand sonst hat Zugriff, nur ihr. Gerade für Organisationen oder Unternehmen, die einen besonderen Wert auf Datenschutz legen ist Piwik deshalb heute die einzig ernstzunehmende (und mir bekannte) Alternative zu GoogleAnalytics.

2. Erweiterungen wie in Wordpress

Der Funktionsumfang von Piwik lässt sich genauso wie in Wordpress durch Erweiterungen ausweiten. Allerdings ist diese Funktion relativ unbekannt und meines Erachtens auch ungenutzt. Ich nutze selbst ein einziges Plugin, um mir eine Übersicht aller Seiten zu verschaffen. Was fehlt ist ein Repository für Erweiterungen, so wie man sie bei Wordpress oder TYPO3 finden kann. Die bisherige Liste der Piwik-Erweiterungen ist dafür kaum geeignet.

Ich wage es zu sagen, dass dieses Vorhaben eine enorme Bedeutung für die zukünftige Verbreitung und auch Entwicklung von Piwik haben wird. Kaum jemand nutzt heutzutage Wordpress ohne Erweiterungen. Und wie viele würden Wordpress noch nutzen, wenn das Auffinden, Herunterladen und Installieren genauso kompliziert sein würde, wie bei Piwik?

3. Kompletter API-Zugriff für Entwickler

Piwik ist von Grund auf darauf ausgelegt, erweiterbar zu sein. Dieser Punkt korrespondiert mit dem vorherigen: Durch den kompletten Zugriff auf die API lässt sich Piwik beliebig erweitern. Wenn eine spezielle Auswertung benötigt wird, kann diese selbst erweitert werden – etwas was bei GoogleAnalytics nicht möglich ist. Gleiches gilt für die Erweiterung mit externen Applikationen – egal ob es sich um Auswertungen im Wordpress-Dashboard handelt oder im AdobeAir-Anwendungen.

Und genau das macht Piwik so mächtig. Gerade wenn man eine besondere Anforderung an seine Besucherauswertung stellt, z.B. bestimmte Daten in einem bestimmten Format auszugeben, um diese in einem anderen Programm weiterzuverarbeiten, bietet Piwik die Möglichkeiten, dies zu realisieren.

4. Echtzeitanalyse

Die Echtzeitanalyse als Feature aufzuführen ist schon etwas hart, finde ich. Die Zeiten, an denen GoogleAnalytics nur täglich neue Daten geliefert hat sind ja schon etwas vorbei. Damals konnte man mit phpMyVistes, dem Piwik-Vorgänger, bereits Echtzeit-Auswertungen abrufen. Damals war das ein Feature. Aber heute?

5. Datenschutz/Datensicherheit

Schade, dass dieser Punkt nur kurz ausgeführt wird. Trotzdem wird die zentrale Frage gestellt: Do you really know what all of these third party services are doing with your data? Keiner weiß so wirklich, was Google mit all den gesammelten Daten macht. Fest steht nur, es muss für Google einen (finanziellen) Mehrwert haben, ansonsten würde man nicht in dem Umfang Services anbieten, wie man es tut.

6. Es ist umsonst

Hier lässt sich nahtlos beim vorherigen Argument ansetzen. Piwik an sich kostet kein Geld – natürlich entstehen (geringe) Kosten fürs Hosting, die bei GoogleAnalytics nicht entstehen. GoogleAnalytics kostet zwar auch kein Geld, ist aber mitnichten kostenlos. Ihr zahlt. Konkreter: Ihr lasst eure Besucher zahlen. Mit persönlichen Daten und Gewohnheiten.

7. Es steigert den Gewinn

Das ist natürlich Quatsch. Piwik kann, genau wie jede andere vernünftige Besucheranalyse, dabei nützlich sein, den Gewinn zu steigern. Wenn man die Daten entsprechend auswertet und die richtigen Schlüsse zieht. Die alleinige Installation von Piwik lässt kein Geld regnen, allerdings ist es ein mächtiges und nützliches Werkzeug, um das eigene Angebot anzupassen.