WPMU: Update auf Version 2.8.1 und wieder zurück
Gerade habe ich noch über das Update von WordPress MU auf die neue Version 2.8.1 geschrieben. Auch wenn augenscheinlich alles funktionierte, stecken die Fehlerteufel in den Details. Nach nicht einmal 24 Stunden habe ich also wieder auf Version 2.7.1 downgegradet.
Welche Probleme mich konkret zu diesem Schritt veranlasst haben und wie die Prozedur funktioniere möchte ich Euch in diesem Beitrag erläutern.
Die Mängel
1. Terms & Conditions
Die Inkompatibilität des Plugins “Terms & Conditions” (hierzu später einmal mehr), bei dem neue Benutzer zuerst die Nutzungsbedingungen akzeptieren müssten, machten das Downgrade unumstößlich. Das Plugin prüft, ob ein Benutzer den Nutzungsbedingungen zugestimmt hat – wenn nicht, muss er dies erst tun. Dazu leitet das Skript den Benutzer an die folgende Seite im Admin-Bereich weiter:
admin.php?page=terms-and-conditions/terms-and-conditions.php
In WPMU 2.8.1 funktioniert der Aufruf admin.php?page=IRGENDWAS aber scheinbar nicht mehr. Die Folge war eine Endlosschleife für neue Benutzer, aus der sie sich nicht befreien konnten. Da ich auf die Schnelle auch keine Lösung gefunden habe und eine Deaktivierung des Plugins allein aus rechtlicher Sicht bei dem Projekt nicht in Frage kommt, ging’s wieder zurück auf Version 2.7.1
2. Text-Widgets mit HTML-Code
Scheinbar zieht innerhalb der neuen Version eine Richtlinie, die es jedem Benutzer außer dem globalen Administrator verbietet, HTML-Code in ein Widget zu packen. Dabei geht es nicht um iFrames, Java und Co., sondern um simples HTML. Aus einem simplen Bannerlink, wie diesem
[html]
[/html]
machte das System dann das:
[html]
[/html]
Das Nutzer also in ihren Blogs keine Grafiken mehr einbinden konnten (z.B. Bannerlinks zu Facebook o.Ä.), sorgte natürlich direkt für so manchen Unmut.
3. Kleinere Mängel
Daneben gab es ein paar kleinere Mängel, wie das Fehlen des Punktes “Meine Blogs”, unter dem alle eigenen Blogs aufgelistet werden. Auch ein Problem mit den Untermenüs mancher Plugins im Admin-Bereich trat wieder auf, dass eigentlich bereits gelöst sein sollte.
Die Downgrade-Prozedur
Das größte Problem ist es, die Version 2.7.1 von WordPress MU zum Download zu finden. Auf der offiziellen Download-Seite gibt es nämlich kein Versionsarchiv – nicht gerade Benutzerfreundlich. Der Download kann aber über das Trac-System von WordPress MU erfolgen. Wenn ihr WordPress MU in Version 2.7.1 als zip-Datei haben wollt, folgt diesem Link. Danach die neue Version einfach mit der alten Überschreiben (Backup vorher ziehen – sicher ist sicher!).
Ein kleines Problem ergab sich noch: Der Link zum Dashboard funktionierte nicht mehr richtig. Der entsprechende Menüpunkt verlinkte immer nach wp-admin/admin.php?page=index.php, dort öffnete sich aber nur eine leere Seite. Entfernte man jedoch admin.php?page=index.php öffnete sich auch wieder das Dashboard. Die Lösung ist relativ einfach: In den Verzeichnissen wp-content/mu-plugins und wp-content/plugins jeweils die Datei index.php löschen.
War das alles nötig?
Die Frage richte zum einen selbstkritisch an mich selber.
War es wirklich richtig, dass Update der neuen Version so schnell einzuspielen? Und hätte ich nach dem Update nicht noch ausführlicher testen müssen?
Wirklich beantworten kann ich sie mir nicht. Natürlich wäre es im Idealfall schön, dass ganze System zu duplizieren, es z.B. unter anderer URLs laufen zu lassen und sämtliche Szenarien durchzutesten. Von der Registrierung neuer Benutzer, über diverseste Inhaltseingaben und, und und. Aber das ist ressourcentechnisch kaum leistbar.
Zumal ja Erfahrungen mit dem Update der normalen WordPress-Version bestehen und sich keinerlei dieser Probleme andeuteten (zumindest für mich).
Alternativ hätte man natürlich auch einfach Abwarten können, bis alle anderen ihre WordPress MU-Versionen updaten und die Fehler melden. Aber dann wäret ihr auf die Nase gefallen und nicht ich – so erspare ich Euch ein paar Stunden nervige Arbeit ;)
Die Frage nach der Notwendigkeit richte ich aber auch in Richtung der Entwickler. Natürlich, sie stellen uns das System kostenlos zur Verfügung und machen auch in 99% der Fälle einen guten Job. Trotzdem müssen so kleinere Fehler wie der nicht mehr verschwindene Update-Hinweis nicht sein und Änderungen wie die an der Sicherheitsrichtlinie für HTML-Widgets sollten im Vorfeld kommuniziert werden. Aber daraus kann man ja lernen, ich werde die Fehler auch entsprechend morgen einspeisen.
Meine letzte Frage richtet sich aber an Euch: Wie handhabt ihr das bei solchen Updates? Seid ihr vorne mit dabei und nehmt auch schon mal ein Downgrade in Kauf? Testet ihr vorher stundenlang akribisch mit fünf Kollegen jedes Szenario in einer Sandbox? Oder wartet ihr erstmal ab, bis die anderen auf die Nase fallen oder eure Website gehackt ist, weil ein Sicherheitsupdate auch dabei war? ;)
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