Selbstversuch: Thunderbird vs. GoogleMail
Auch wenn einige gerne das Ende der E-Mail vorhersagen, so bleibt sie doch eine die unverzichtbare Kommunikationsanwendung im Netz. Dabei wird es einem gar nicht leicht gemacht: Täglich werden wir mit Spam bombardiert (von dem hoffentlich so viel wie möglich gefiltert wird), ungefragt in irgendwelche Mailverteiler und Newsletter aufgenommen und der Druck eine E-Mail zeitnah zu beantworten steigt auch permanent durch Webmail, Blackberry, iPhone & Co. Damit wird die E-Mail auch immer ortsungebundener, die Abfrage erfolgt mobil (Blackberry, iPhone), in der Pause am Arbeitsplatz, im Internetcafé oder bei Bekannten (Webmail) oder klassisch am eigenen PC (PIMs wie Outlook oder Thunderbird). Dabei möchte man natürlich soweit wie möglich auf die gleiche Datengrundlage zugreifen, wie Kontakte, Termine, alte E-Mails und es ist auch längst keine Seltenheit mehr, dass man mehr als eine E-Mail-Adresse nutzt – der Aufwand multipliziert sich.
Ich selbst organisiere meinen Mailverkehr grob über zwei Mailadressen (geschäftlich und privat/sonstiges), organisiere die Adressen aber zentral, organisiere meine Termine in mehreren Kalendern und verwalte meine ToDo-Liste. Das ganze aber nicht nur auf dem primären heimischen Notebook, sondern auch aus dem Büro, von unterwegs (iPhone) und aus Spielerei zu Hause an einem Linux-PC. Sieht man von dem iPhone mal ab, nutze ich dafür diverse Webdienste die alle (teilweise über Erweiterungen) in Thunderbird integriert sind.
PIM vs. Cloud
Um meine ganzen Daten zu managen bin ich also auf dieses wunderbare, aber in die Jahre gekommene Programm angewiesen, dessen Entwicklung leider nur zäh vorangeht und an dem mich auch einige Dinge stören und nerven. Nein, Outlook ist keine Alternative – die IMAP-Unterstützung ist einfach gruselig schlecht. Komplett auf Webmail umzusteigen wollte ich aber auch nicht, immerhin will ich mehr als nur E-Mailen und auch mehrere Konten verwalten – (zu?) anspruchsvoll für eine Webanwendung. Außerdem gefällt mir der Gedanke nicht besonders, dass alles nur in einem von 27 Tabs im Browser läuft und dabei eventuell untergeht.
Trotzdem: Jetzt wage ich den Test. Seitdem man bei GoogleMail auch über den eigenen SMTP-Server Mails versenden kann, ist es kinderleicht seine Konten dort zusammenzuführen und zu verwalten. Es erlaubt mir auch, GoogleMail nur zusätzlich zu benutzen und auch alternativ alles weiter über Thunderbird abzurufen. Eine Komplettumstellung mit diversen DNS-Einträgen ist nicht mehr nötig. In den nächsten Wochen möchte ich nun testen, wie gut sich mit GoogleMail meine gestellten Anforderungen bewältigen lassen, welche Dinge eventuell stören und welche Abhilfe es gibt und zuletzt natürlich, was die Vor- oder Nachteile gegenüber einem PIM (speziell Thunderbird) sind.
Natürlich werdet ihr die Erfahrungen hier veröffentlicht, freue mich aber darüber wie ihr das Ganze handelt. Und falls ihr den ein oder anderen Tipp habt, lasst es mich wissen
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Ben am 12. August 2009 um 10:15 veröffentlicht und unter Software, Web 2.0-Dienste abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |


vor 11 Monaten
Ich hab schon einige Lösungen “durchgemacht”. Letztlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass googlemail für mich mit Abstand das Beste ist, weil ich von überall Zugriff auf die Mails habe. Auf dem iphone benutze ich in der Regel den eingebauten Mail-Client, weil er etwas schneller zu sein scheint, als diese web app von google. Für alle möglichen Zusatzfunktionen hab ich im Firefox addons installiert.
Ohne jegliche Zusatzfunktion und funktioniert vor allem die Suche viel besser als zum Beispiel bei “Thunderbird”, das ich leider im Büro nutzen muss.
Mag aber sein, dass es irgendwelche Sonderfunktionen nicht gibt, die googlemail nicht beherrscht. Das wäre dann mal eine Herausforderung für diejenigen unter uns, die ein bisschen programmieren können.
vor 11 Monaten
Ja die Suche ist eine große Schwäche von Thunderbird, das arbeitet nicht mit einem Index. Das läuft definitiv besser und schneller über GMail.
vor 11 Monaten
Ich habe ebenfalls den Weg zu Googlemail angetreten und vor einem halben Jahr alles dorthin umgezogen. Ich verwalte 3 Mail-Accounts von dort, davon einer mein Geschäftlicher mit zigtausenden E-Mails. Kontakte werden ebenfalls über GoogleApps verwaltet, genau wie die Termine.
Kontakte und Termine kommen per Push aufs iPhone. Auf PC und Mac kommen die Kontakte per Zindu, die Termine kann iCal importieren und auf dem PC benutze ich das Webinterface.
Der Zugriff auf die Mails passiert eigentlich immer per Thunderbird, ab und zu ergänzt durch die Web-App. Grade zum morgendlichen Aufräumen der Inbox ist der Webzugriff angenehm, da ich dort direkt alle Mails archivieren kann – das fehlt Thunderbird. Die gleiche Schwäche hat übrigens auch die Mail-App des iPhone.
Bin gespannt, was sich bei dir ergeben wird.
vor 11 Monaten
Wie kommen den Kontakte und Termine per Push aufs iPhone von deinem GMail-Account? Für die Termine nutze ich dafür Nemus-Sync, aber push ist das nicht…
vor 11 Monaten
Das gibt es seit Februar für Besitzer von GoogleApps-Accounts (die ja in einer ausreichenden Version kostenlos sind).
Funktioniert erstaunlich gut.
vor 11 Monaten
Da ich mit Linux unterwegs bin und da der Thunderbird sehr stabil läuft, benutze ich nie einen Webmail Dienst. Ich bleibe bei meiner altbewährten Methode bis zum bitteren Ende.. ;o)
vor 11 Monaten
@Christian die cloud macht schlau. das probiere ich mal aus, wenn ich zeit habe.