Wahlkampf-Kurios (3): Jeder Pixel zählt
Um an eine relevante Summe an Spendengeldern zu gelangen setzen Parteien immer mehr auf Microspenden: Viele Spender spenden immer nur wenig, dafür macht die Masse im Idealfall wesentlich mehr aus, als ein paar Großspenden zusammen. Und was bei Obama ja (auch) gut geklappt hat, muss ja in Deutschland sowieso funktionieren.
Die FDP kam deshalb auf eine bahnbrechende Idee: Man nehme das Konzept der Million Dollar Homepage mit einer gehörigen Portion “Change” (bitte wörtlich nehmen), werfe noch Lafontaine und Westerwelle hinein und schon hat man: Jeder Pixel zählt! Das Konzept: Für drei Euro pro Pixel darf man dann das Bild der sozialistisichen Schreckensherrschaft unter Lafontaine und Marx in ein liberales Freudenbild mit Guido und hüpfenden Menschen verwandeln. Und ein bisschen Zensursula ist sogar auch mit dabei.Und so sieht das große Freiheitspuzzel aus:
Und wer jetzt immer noch nicht glaubt, dass die FDP (Neue-)Medienkompetenz besitzt dem sei gesagt: Das Online-Shopping von Pixeln ist nicht möglich. Nur per SMS kann man die drei Euro loswerden, um dann wieder im Netz sein vollbrachtes Werk zu bestaunen: Ein Pixel Freiheit! Die FDP beschreibt diesen Vorgang übrigens so:
Mit jeder 3 Euro-Spenden-SMS wandelt sich 1 Pixel des Bildes der Seite www.jeder-pixel-zaehlt.de vom sozialistischen Schreckensszenarium in ein liberales Deutschland um.
Mikro-Spenden: Wie man es richtig machen kann
Wie man es als kleine Partei richtig machen kann, zeigt meines Erachtens der Grüne Bundesverband: Unter dem Slogan “Mein Plakat” kann man ein grünes Großflächenplakat spenden. Den Standort darf man sich aussuchen – egal ob vor dem eigenen Küchenfenster oder hinter Omas Garten. Gesucht wird einfach per Postleitzahl, die verfügbaren Standorte mit Preise erscheinen dann in einer Liste.
Dazu wird jeder Spender in einer Spenderliste veröffentlicht, mit Heimatort und Anzahl der gespendeten Plakate. Die Aufbereitung findet interaktiv statt: Alle gespendeten Plakatstandorte gibt es in einer Deutschlandkarte zu sehen, in der rechten Spalte läuft der Plakatzähler weiter mit. Das dieses Angebot ankommt zeigt alleine die Anzahl der gespendeten Großflächen: Über 2100 haben mitgemacht – eine stattliche Summe, wie ich finde.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Ben am 9. September 2009 um 09:41 veröffentlicht und unter Politik abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |

