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Mac OS Lion: FTP-Zugriff wieder aktivieren

Seit einigen Tagen ist der Löwe also frei: Apple hat mit Lion die neue Version seines Mac-Betriebssystems veröffentlicht. Persönlich bin ich nicht sonderlich zufrieden: Das ganze System ist spürbar langsamer geworden. Besonders bei Dateiübertragen merke ich das, denn dann steigt quasi die MagicMouse aus und ist nur noch sehr schwer zu nutzen. Vielleicht gönne ich Lion mal eine ganz frische Installation. Dazu vielleicht später mehr.

Zu etwas anderem: Mit Lion hat Apple auch still und heimlich die FTP-Unterstützung in den Freigabeoptionen gekillt. Das wird nicht alle stören, wenn man aber – so wie ich – einen lokalen Webserver für Entwicklungszwecke betreibt, ist das schon etwas nervig. Beispielsweise kann WordPress sich dann nicht mehr selbst updaten.

Freigabeobtionen unter Lion

Aber die Lösung ist da, dieser Hilfeartikel von Apple erklärt wie es geht und funktioniert auch ohne die neue kostenpflichtige Serverapp. In der Kürze: Termin aufmachen und folgendes Tippern, wobei ladmin der Kurzname eures lokalen Adminusers ist und EUERFTPUSERNAME ein neuer FTP-Benutzer:

dseditgroup -o create -n /Local/Default -u ladmin com.apple.access_ftp
dseditgroup -o edit -u ladmin -a EUERFTPUSERNAME com.apple.access_ftp
sudo launchctl load -w /System/Library/LaunchDaemons/ftp.plist

Die Weigerung der Filmindustrie Geld zu verdienen

Den ganzen Buhei um die Schließung von Kino.to habt ihr ja sicherlich mitbekommen. Eine populäre Plattform, auf der man sich kostenlos (und nicht wirklich legal) Filme und Serien ansehen konnte, ist geschlossen und zwingt jetzt die Nutzer zwei Minuten nach einer Alternative zu suchen. Die Filmindustrie jubelt (zumindest kurz) und ein paar Nutzer gucken vielleicht in die Röhre (oder eben nicht – haha!). Die Nutzung solcher Plattformen ist ja auch super duper böse, moralisch verwerflich und schadet nur dem kleinen Hollywood-Schauspieler, der kaum über die Runden kommt.

Die hiesige Industrie hat sich scheinbar eine Frage nicht gestellt, dabei ist sie essentiell: Warum erfreuen sich solche Plattformen einer so großen Beliebtheit (angeblich hatte Kino.to 4 Millionen Nutzer)? Die simple Antwort einiger millionenschwerer Manager ist: Weil die Nutzer solcher Plattformen Kackvögel sind und alles nur umsonst haben wollen – “Dreckspack, ab in den Bau damit”!

Ich weigere mich, das zu glauben. Diese Position ist vielmehr Ausdruck einer hoffnungslosen Hilflosigkeit. Dafür kann es meines Erachtens zwei Gründe geben:

  1. Die Film- und TV-Industrie ist in absoluter Unkenntnis darüber, wie ihre sogenannte “Werberelevante Zielgruppe” heutzutage konsumiert.
  2. Man weiß um das geänderte Konsumverhalten bescheid, hegt aber den Funken Resthoffnung ein völlig überholtes Distributionskonzept von oben über einen dynamischen Markt zu stülpen und zu hoffen, dass die Nutzer sich dem fügen.

An 2. kann ich nicht viel ändern, ausser zu sagen: Vergesst es. Es hat keinen Sinn. Der Konsument hat sich längst emanzipiert und euer steifes Marktkonzept abgestreift. Eure Aufgabe ist es, sich dem Konsumentenverhalten anzupassen und nicht umgekehrt.

These 1 ist natürlich durch Aufklärungsarbeit zu lösen und das will ich hiermit gerne tun. Liebe Filmindustrie, so sieht es nämlich aus:

1. Das Märchen vom geizigen Konsumenten

“Der Konsument will heutzutage alles umsonst!” – diese sehr bequeme Formel der Resignation schiebt ganz leicht dem Konsumenten die Schuld in die Schuhe und macht es der Industrie natürlich einfach: Sie befreit sich jeder von jeder Mitschuld und muss sich auch eigentlich nicht verändern. Dabei ist diese Annahme völliger Blödsinn. Natürlich ist der Konsument von heute zahlungsbereit und das wissen genügend Dienste zu schätzen: Von Rapidshare, Proxy-Diensten, über Usenet-Anbieter bis hin zu in Deutschland nicht verfügbaren Plattformen wie Hulu & Co.

Gleichzeitig gilt aber auch, dass wir das Geld nicht stupide zum Fenster hinauswerfen. 8,99 € für einen Film, den ich in 48 Stunden dreimal starten darf ist genauso ein Blödsinn, wie eine verpasste Folge meiner frei empfangbaren Lieblingssoap für 1,99 € anzubieten.

2. Der selbstbestimmte Konsument

Rapidshare & Co erfüllen auch ein Komfort-Bedürfnis, dass TV-Sender und Anbieter nicht erfüllen wollen. Als Nutzer kann ich mich dank dieser Dienste aus der Gängelung der Sender befreien, Serien/Dokus/Reportagen dann zu gucken, wann es die TV-Sender wollen. Es befreit mich davon, dass ich das TV-Programm jeden Tag aufs Neue aufmerksam studieren muss, damit ich ja nichts verpasse. Oft erfährt man ja auf der Arbeit oder auch auf Twitter von interessanten Sendungen – aber dann ist es meist schon zu spät. Die Mediathek der Öffentlich-Rechtlichen ist hier ein Anfang, auch wenn die Usability ausbaufähig und die Vorratszeit von 7 Tagen nicht gerade zeitgemäß ist.

Das Fernsehprogramm passt sich auch so meinem Rhytmus an, denn ich muss nicht bus 1:00 Uhr nachts aufbleiben, nur weil ZDF neo da eine interessante Reportage versteckt hat und das ZDF am gleichen Tag um 20:15 Uhr lieber das Traumschiff sendet. Ich will zur Primetime sehen, was ich will – und nicht was irgendjemand anders will.

3. Die Wiedererlangung von Nutzerrechten

Um so etwas zu lösen gab es früher auch ein ganz einfaches Werkzeug: Den Videorekorder. Heute nennt man ihn “HDD-Receiver” und wird einem vom TV-Anbieter verkauft. Der Clou ist natürlich, dass die ursprüngliche Firmware modifiziert wird – so wie damals auf unseren Handys. Schon am Menü konnte man erkennen, bei welchem Mobilfunk-Provider man unter Vertrag stand. So ist es auch heute bei den Festplatten-Receivern. UnityMedia und Konsorten nehmen hier auch noch einen entscheidenden Eingriff vor: Über die USB-Schnittstelle kann ich weder Filme sichern, noch gesicherte Filme abspielen. Mit der Original-Firmware ist das natürlich kein Problem.

Dabei ist die Funktion notwendig, da der Receiver beim automatischen Mitschneiden des TV-Programms die Festplatte immer voller und voller schaufelt. Mitnichten löscht er nämlich die alten Daten, noch könnte ich das explizit auswählen. Das geht nur über eine komplette Formatierung der Festplatte. Ungeschautes muss dann eben gelöscht werden, Archivierung wie früher mit der Videokassette? Aufnehmen im Wohnzimmer und schauen im Schlafzimmer? No Way!

Als Nutzer wurden mir also effektiv Rechte genommen, die mir die genannten Plattformen wiedergeben.

4. Innovationsunfähigkeit der Industrie

Die Plattformen lösen damit auch das Versagen der Industrie, meine aufgenommen Sendung da zu schauen, wo ich es will. Mit meinem DVD-Recorder konnte ich damals Sendungen aufnehmen und unterwegs mit einem dieser portablen Player abspielen oder einfach in den Rechner schieben. Natürlich konnte ich auch so eine gekaufte DVD unterwegs oder zuhause gucken. Mit der DVD war alles einfach, da standardisiert. Konnte ein Gerät DVDs abspielen, konnte es DVDs abspielen. So einfach.

Und heute? HDD-Receiver, iPad, Computer, Apple-TV, Mediathek, Popcorn-Hour haben ein Player- und Codec-Chaos zur Folge, für das es keine komfortable und legale Lösung gibt, will man sich nicht stundenlang mit irgendwelchen Hacks und Decodierungsgeschichten beschäftigen. Die einfache Lösung: Ich lade von irgendeinem Portal eine Datei herunter, mit der ich die meisten Probleme löse.

4. Ist jeder Download illegal?

Gehen wir davon aus, ich habe einen Film auf einer DVD ohne Kopierschutz und ich möchte das jetzt auf dem iPad gucken. Dann muss ich also aufwendig die DVD auf den Rechner rippen und umkonvertieren – dafür braucht es eine gewisse Erfahrung und vor allem: viel Zeit. Den Rechner kann ich auch in der Zeit nicht wirklich nutzen, der ist mit der Umwandlung beschäftigt.

Einfacher und schneller ist es da, den schon bereits gekauften Film einfach im passenden Format irgendwo runterzuladen. Begehe ich damit nun ein Verbrechen? Nach meinem Verständnis zumindest nicht.

5. Die systematische Zerstörung des Serien-Vergnügens zur Gunsten der Quote

Das Serien-Gucken im TV eine Qual unter dem Diktat der Einschaltquote. Da unterbricht RTL mitten in der aktuellen Staffel von Dr. House den über mehrere Episoden aufgebauten Spannungsbogen und fängt wieder an von vorne zu senden – damit die Einschaltquote stimmt und der Zuschauer ja bei der Sendung bleibt. Genauso schlimm ist es, wie Pro7 “Two and a half Men” ausstrahlt – eine aktuelle Folge, gefolgt von zwei alten. Nur damit sich die Staffel so lange wie möglich zieht und in das Senderaster passt.

Dabei wollen wir von den ganzen Sendezeit-Verschiebungen oder dem Geschacher innerhalb einer Senderfamilie mal nicht reden. Wenn eine Serie Dienstag Abends um 21:15 Uhr auf Vox gut läuft, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie bei RTL zur Primetime an einem anderen Tag läuft und dann Stück für Stück nach hinten verschoben wird. Wer im deutschen TV eine Serie guckt, verliert schnell die Lust.

6. Die Internationalität des Fernsehens

Die Lust verliert man aber auch häufig, weil die Synchronisierung eines Films oder einer Serie einfach nur grauenhaft ist. Die Stimme gibt einem Charakter erst die richtige Tiefe, ist ein enorm wichtiger Teil der schauspielerischen Leistung. Von hanebüchenen Übersetzungen wollen wir mal gar nicht reden. Manche Dinge schaut man nun einfach am besten in der Originalsprache (damit meine ich englisch). Trotz Digitalfernsehens haben die Sender es aber bis heute nicht geschafft, Serien auch optional im Originalton auszuliefern.

7. Kino- und DVD-Release: Die doppelte Geldmacherei

Ein Film kommt in die Kinos und nach einem halben Jahr darf man ihn dann auch auf DVD erwerben. War es jemals anders? Die Leute sollen ins Kino gezwungen werden – koste es, was es wolle. Das kann bei großen Blockbustern von mir aus auch gerne Sinn machen und ich ertrage es irgendwie. Aber dieses unumstößliche Gesetz gilt für jeden Film – ausnahmslos. Ob es sinnvoll ist oder nicht.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Im Kino läuft aktuell “Senna – Genie. Draufgänger. Legende”. Ein Doku-Film über einen der besten Formel1-Fahrer aller Zeiten. Ich war damals großer Senna Fan und habe als kleiner Junge nach Imola Rotz und Wasser geheult. Im Kino würde ich mir den Film wahrscheinlich mindestens dreimal geben. Das Problem: So groß ist das Interesse an dem Film auch wieder nicht. Schade, aber verständlich. Deshalb läuft er nur in wenigen Städten, oftmals auch nur ein einziges mal und dann auch noch in irgendwelchen Schranz-Kinos oder dergleichen. Statt jetzt eine fünf stündige Tortur auf mich zu nehmen, würde ich mir gerne einfach die DVD bestellen. Jetzt. Denn der Film läuft: Jetzt. Ich will ihn sehen: Jetzt. Aber: Nada. DVD gibt’s erst ab September, man will so viele Menschen wie möglich in die Provinz-Kinos locken:

Und ihr ahnt schon: Im Netz ist der Film bereits in Top-Qualität verfügbar.

The End

Jetzt habe ich mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Ist jetzt euer Problem :)

Halten wir fest: Der Erfolg solcher Plattformen wie Kino.to basiert auf der Verweigerung Industrie, auf die geänderten Bedürfnisse der Konsumenten zu reagieren. Man ist lieber damit beschäftigt, Millionen von Dollar in die Kopiercodes von DVDs zu stecken, statt Konzepte für ein funktionierendes Distributionsmodell im Internet aufzubauen. Das Geld sahnen andere Anbieter ab: Kino.to, Usenet, amerikanische Fernsehplattformen.

Macht es das illegale downloaden von Filmen besser? Nein. Andererseits: Ohne Napster, emule und Co. wäre Apple wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen, iTunes zu entwickeln und uns Musik komfortabel und für einen angemessenen Preis anzubieten. Die Konsumenten haben diesen Service erzwungen. Irgendwie verrückt, dass sich eine Industrie so dagegen sträubt, Geld zu verdienen.

Wahlinfo2009.de: Abzocke vor dem Hintergrund politischer Bildung

Die Bundestagswahl am 27. September rückt immer näher. Da ist es durchaus angebracht, sich schon einmal mit den Parteien und deren Programmen auseinanderzusetzen. Sehr beliebt bei vielen Benutzern war dazu in der Vergangenheit der “Wahl-O-Mat”, mit dem man auf einfache Art und Weise zumindest eine vage Wahlentscheidung treffen konnte. Man beantwortet einfach einen Fragebogen (z.B.: “Sind sie für den Atomausstieg?”), setzt eventuell ein Thema das einem besonders wichtig ist und erhält danach eine Auflistung, mit welchem Parteiprogrammen man am meisten korreliert.

Nun startet der Wahl-O-Mat (übrigens herausgegeben von der Bundeszentrale für Politische Bildung) erst morgen. Das muss man nicht unbedingt wissen, eventuell auch nicht die genaue URL des Wahl-O-Maten. Wer deshalb nach “Wahlomat” googelt, erhält zwar als ersten Suchtreffer die passende Seite der BpB, allerdings blendet Google aktuell davor eine Werbeanzeige an, die auf Wahlinfo2009.de verweist:

googletreffer

Mit der Frage “Wen wählst Du 2009?” und dem Claim “Welche Partei passt wirklich zu Dir?” geht man aggresiv in Konkurrenz zum Wahl-O-Maten. Doch hinter der Seite verbirgt sich nur eine üble Geschäftstaktik, die den unbedarften Usern das Geld aus der Tasche ziehen soll.

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StudiVZ und der Kampf gegen Spam

Nach meinem Urlaub hatte ich doch tatsächlich eine Nachricht in meinem StudiVZ/MeinVZ-Posteingang. Kommt ja auch nicht so häufig vor, irgendwie ist dieses Netzwerk ja tot – auch trotz “Buschfunk”. Die Nachricht entpuppte sich aber direkt als Spam, der Sender (in der Benachrichtungsmail noch “Daniela Springer” genannt) war bereits gelöscht:

studiVZ - Meine Nachrichten_1242228920328

Das ging diesmal schnell bei StudiVZ. Ich erinnere mich noch daran, dass ich vor längerer Zeit einmal ein paar Fotos gemeldet habe, auf denen Hitlergruß, Ku-Klux-Klan – Outfits und die Flagge des deutschen Reiches zu sehen war. Bis StudiVZ damals reagiert hatte, vergingen mehrere Tage und letztendlich wurden nicht alle Fotos entfernt und die Person, die die Bilder gepostet hatte war auch weiterhin aktiv.

Spam und die Vertrauensfrage

Warum reagierte StudiVZ beim Spamming so schnell, brauchte aber für das entfernen von rechtsextremen Inhalten so lange spürbar länger? Meine These lautet: Wird im großen oder kleinen Stil Spam verschickt, greift dies die Grundpfeiler von StudiVZ an – Die Vertrauenswürdigkeit der Nutzer an das System.

Der genervte Empfänger mit lauter Spam im Postfach, erkennt sofort, dass das VZ scheinbar keinen wirkungsvollen Schutz vor Spam bietet, sondern – ganz im Gegenteil – den Spammern noch eine zusätzliche technische Plattform mit Millionen Kontakten anbietet. Folge: Der Benutzer verlässt wohlmöglich das VZ, gerade wenn er so inaktiv ist wie viele dort in letzter Zeit und angesichts der Alternativen gut darauf verzichten kann.

Im Gegensatz dazu steht das Entfernen von rechtsextremen Inhalten: Die Inhalte sind zwar auch von Benutzern generiert/gepostet, aber hier würde ja kein Mensch darauf kommen, dass dies die Schuld von StudiVZ wäre. Einen Nazi-Analyser für gepostete Bilder gibt es nicht und die Nennung von “Adolf Hilter” ist per se erstmal nicht verboten, sondern hängt von dem Kontext ab, indem dies geschieht.

Es steht also “Missbrauch” (rechtsextreme Inhalte) gegen “technische Unzulänglichkeiten des Systems” (Spam). Für das erste kann StudiVZ nichts, für das zweite sehr wohl. Und das schadet in einem hart umkämpften Markt (Facebook wächst weiterhin stark, Wer-kennt-Wen liefert sich mit StudiVZ ein heftiges Duell um den Thron) dem Produkt “StudiVZ”. Und weitere Rückschläge kann man nicht hinnehmen.

Mich würde es ja mal interessieren, wie StudiVZ jetzt darauf reagiert hat. Gibt es eine Task-Force “Spam”, die sofort zuschlägt? Werden versendete Nachrichten durchsucht? Oder die Einstellungen verändert, bei denen ein (Neu-)Mitglied Nicht-Kontakten schreiben darf (und wie vielen in welchen Intervallen)? Im Developer-Blog konnte ich dazu nichts finden, aber vielleicht wisst ihr ja mehr?