Beiträge getaggt mit Abmahnung
Medien-Inkompetenzen, Folge 735. Heute: Die Stadt Augsburg
24. Nov
Blogger-Abmahnungen gibt es ja genügend. Ob man Würstchenfotos benutzt, den Sprachgebrauch des DFB-Präsidenten entlarvt oder Papiere der Deutschen Bahn veröffentlicht. Gerne wird abgemahnt. Aber das hat es meines Erachtens noch nicht gegeben: Eine Abmahnung gegen zukünftige Blogger. Da wollen drei Jungs aus Augsburg einen Blog eröffnen und kamen auf den Namen augsburgR. Und um direkt von Anfang an auf der sicheren Seite zu sein, fragen sie noch bei der Stadt Augsburg an, ob sie die Domain nutzen dürfen. Antwort der Stadt: Keine. Dafür ein Abmahnbescheid über 1890 Euro. WTF? In der Augsburger Allgemeinen liest man dazu:
Fleischmann habe eine “Namensanmaßung” begangen, verwende die Domain widerrechtlich und überhaupt könnten Menschen ja die Stadt Augsburg mit dem Blog augsburgr.de in Verbindung bringen – was so nicht sein dürfe.
Das finde ich auf zwei Ebenen zum Kotzen: Erstens ist es ein Ding der Unmöglichkeit, auf solch eine Anfrage mit der Abmahnung zu reagieren. Da kennen sich wohl Juristen besser aus, ich halte das für absolute Geldgier. Das ist bewusst gemacht, die Stadt Augsburg will damit nicht primär die eigenen Namesrechte sichern (dazu hätte auch ein einfaches “Nein” per E-Mail gereicht und das wäre schneller gegangen), sondern stellt die eigene Geldgeilheit in den Vordergrund. Das ist mutwillig und berechnend. Ich hoffe doch stark, dass so etwas nicht rechtens ist. Zweitens halte ich die Begründung für doppelt bekloppt. Wenn die Jungs aus Augsburg kommen, sind sie nun mal Augsburger. Oder im Zweinull-Slang: augsburgR. So what? Verletzte ich jetzt das Markenrecht der Stadt Düsseldorf, wenn ich sage ich bin ein “Düsseldorfer”?. Oder erst wenn ich einen Blog “der-duesseldorfer.de” aufmache? Ich bin einer (ok, zugezogen) – also sollte ich auch so etwas machen dürfen. Genauso wie es das Bildblog gibt, oder das GoogleWatchblog.
