Twitter, Hacker und Politik
Im Vorfeld, bzw. auf dem Politcamp selbst ereigneten sich zwei illegale Kaperungen politischer Twitter-Accounts.
Prost!
Am Abend des 1. Mai ließ Ralf Stegner, Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein via Twitter los:
Ich bin so betrunken.
Alles sei nur ein Fake, wurde sofort vom Landesverband dementiert und der Tweet gelöscht. Das ganze dauert nur wenige Minuten, das Politcamp hatte beim Welcome-BBQ am Freitagabend aber seinen ersten Running-Gag.
Gut für Ralf Stegner und die SPD, dass so schnell reagiert werden konnte. Ein paar Fragezeichen habe ich aber auf der Stirn, da der Tweet vom Landesverband gelöscht worden ist. Dort kannte man also das Twitter-Passwort, dessen Einfachheit wohl für den “Hack” verantwortlich ist.
CDU erklärt Atomausstieg
Die Bundes-CDU twitterte auf dem Politcamp am Samstag noch fleissig, kündigte dann aber überraschend an:
Angela Merkel: 17.05.; 15Uhr – Vorstellung des Regierungsprogrammes. Themen: Atomausstieg, Mindestlohn und Vermögenssteuer. @spiegel_eil
Anders als bei Ralf Stegner wurden hier aber Mailadresse und Passwort verändert, die CDU konnte also nicht berichtigen. Machte erst ein Blogpost von Markus bei Netzpolitik das Mitschneiden des Datenverkehrs im Politcamp-WLan dafür verantwortlich, so wurde aber später auch hier die Ursache auf ein zu schwaches Passwort geschoben. Das Krisenmanagement der CDU ist allerdings nicht mehr im Einsatz, denn inzwischen soll der Account “zurückgegeben” worden sein und ein Löschen der falschen Inhalte wäre möglich.
Anders als bei der “Causa Stegner” verursachte der CDU-Hack wesentlich stärkere Wellen im Netz und auch die Verantwortlichen des Politcamps positionierten sich klar. Wohl aber vor allem deshalb, weil direkt der ganze Account gekapert worden ist und nicht nur ein einzelner Tweet abgesetzt wurde.
Komisch, dass beides direkt um/auf dem Politcamp passierte. Hat aber in der Ballung zur Folge, dass hoffentlich alle nochmal über die Stärke ihrer Passwörter nachdenken. Und das hat sein Gutes.