Das Webdesignblog fragt sich grade selbstkritisch nach Schwächen des eigenen Blogdesigns. Ich habe etwas ausführlicher geantwortet und dabei juckte es mir direkt in den Fingern, das Thema mal anzugehen.
Design != Theme
Der Begriff des Designs umfasst bei mir etwas mehr, als bloße Farbangaben und Verläufe. Da Geschmack auch immer subjektiv ist, möchte ich mich auch gar nicht dazu erdreisten irgendwelche in ihrer Farbkombination oder Ähnlichem zu kritisieren. Design ist mehr als ein WordPress-Theme. Zum guten Blog-Design gehört auch die Auswahl bestimmer Elemente, deren Anordnung und Benutzerfreundlichkeit. Betrachtet den Blog aus Benutzerperspektive: Was will der Leser sehen, was bietet ihm einen Mehrwert?
Erstens: Den Inhalt ins Zentrum rücken
“Content is King” sagt man so schön und ich glaube fest an diese Aussage. In einem Blog geht es hauptsächlich um die Inhalte. Ich bin antürlich der festen Auffassung, dass ein gut aussehendes Design nicht gerade schädlich ist, aber wegen einer schönen Headergrafik ist bei mir noch kein Blog im Feedreader gelandet.
Rücken wir also den Inhalt ins Zentrum. Der im Webdesignblog verlinkte Netsetter macht dies in der Gestaltung hervorragend: Die Beiträge nehmen den meisten Platz ein, die Sidebar ist auf das Nötigste beschränkt.

Nun ist das hier kein Aufruf zum massenhaften Nachahmen. Auch auf andere Art und Weise lässt sich der Inhalt verstärkt ins Blickfeld rücken. Wenn sich euer Leser für euren Inhalt interessiert, ist er auch gewillt mehr von Euch zu lesen. Ziel ist es daher, dem Leser mit so wenig Aufwand wie möglich weitere Beiträge anzubieten.
Am einfachsten lässt sich dies über eine Anzeige der letzten Beiträge in der Sidebar regeln. Das klingt zu simpel? Möglich, aber gerade wenn ein neuer Leser über eine Suchmaschine oder einen Verweis auf dem Blog gelandet ist, hat er direkt eine Übersicht eurer letzten Beiträge.

Etwas gehaltvoller ist es aber schon, bestimmte Beiträge (sogenannte “Features Posts”) hervorzuheben. Wenn ihr großartig recherchierte Artikel habt, die nicht nach einiger Zeit auf Seite 3, 10 und 27 eures Blogs verschwinden sollen, ist das die Lösung eurer Wahl.

Als Leser finde ich es auch immer als hilfreich, am Ende eines Beitrages direkt auf weitere Beiträge hingewiesen zu werden. Dies ist einmal über eine Weiter- und Zurück Navigation (aber bitte immer mit Beitragstiteln) und durch eine Anzeige an verwandten Beiträgen (“Related Posts”) möglich.

Zweitens: Den Leser stärken
Wer viel interessantes zu erzählen hat, aber wenig Lust auf seine Besucher sollte vielleicht doch lieber ein Buch veröffentlichen, statt einen Blog zu schreiben. Ein Blog lebt vom Feedback (und ja: dieses Blog hier lebt noch nicht wirklich). Natürlich hat dies auch immer mit der Bekanntheit eines Blogs zu tun (und damit auch mit den Inhalten), aber es gibt Mittel und Wege die die Interaktion mit dem Leser entweder bestärken oder unterbinden.
Das wichtigste ist natürlich, dass man es dem Leser so einfach wie möglich macht einen Beitrag zu kommentieren und darauf auch aufmerksam macht. Hebt das Kommentarfeld etwas optisch hervor, fordert zum Kommentieren auf und zeigt damit, dass ihr an Feedback interessiert seid.

Ihr erhöht die Kommentarrate natürlich auch dadurch, wenn man sehen kann, welchen Stellenwert Kommentare bei Euch haben. Das betrifft nicht nur euren persönlichen Umgang damit (antworte ich auf Kommentare oder lasse ich alles so stehen), sondern auch an welcher Stelle die Kommentare auftauchen (abgesehen vom kommentierten Artikel selbst). Eine Auflistung der letzten Kommentare oder der Besucher mit den meisten Kommentaren setzen nochmal besondere Akzente.

In einem gewissen Rahmen ist es ausserdem hilfreich, dem Benutzer Macht über das eigene Blog zu geben – wenn auch indirekt. Mögliche Ansätze sind hier zum einen die Bewertung von Beiträgen und deren spätere Ausgabe (die am besten bewerteten Beiträge), als auch eine Liste der am meisten kommentierten Artikeln. Prominent plaziert bestimmen somit die Leser, was in eurem Blog interessant ist und nicht ihr selbst (wie oben beim Beispiel der “Featured Posts”).

Drittens: Inhalte dem Leser zugänglich machen
Die wenigsten Blogs sind auf einen einzelnen Aspekt eines Themas fokussiert (beispielsweise eine ganz bestimmte Firefox-Erweiterung), sondern decken ein oder mehrere Themenfelder mit diversen Subthemen ab. Euer Leser interessiert sich aber entweder grundsätzlich nicht für Thema X, sehrwohl aber für Thema Y oder sucht grade konkret nach Informationen zu diesem einen Thema, weil er ein technisches Problem oder Ähnliches hat.
Um den Benutzer zielgerichtet Informationen anbieten zu können, ist es also nicht nur für Euch wichtig, die Beiträge entsprechend zu strukturieren (über Kategorien und Tags), sondern diese Struktur auch im Blog wieder anzubieten. Am häufigsten geschieht dies sicherlich über eine Suchwolke und die Auflistung der Kategorien.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Suchfunktion. Auffällig und zugänglich platziert kann der Suchende hier schnell die Inhalte finden, die er sucht. Es ist ganz simpel: Nur wenn man die Suche auch anbieten, können Inhalte gefunden werden. Ansonsten verschwindet der Besucher ohne den gewünschten Inhalt gelesen zu haben und das ist nicht gerade ein guter Grund, euren Blog nochmals zu besuchen.
Abschließende Anmerkungen
Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten: Ob inhaltlicher Natur (Umfragen, offene Fragestellungen), redaktionelle Öffnung (Gastbeiträge) oder durch technische Erweiterungen (eigne Links eintragen, Themen vorschlagen). Dies war nur ein kurzer erster Einblick, den ich auch gerne nochmal weiterführe und vertiefe. Natürlich auch, weil dieser Blog selbst noch nicht alle Ansprüche erfüllt, die ich an ihn gesetzt habe. Aber das wird kommen und dann wird auch entsprechend darüber geschrieben, wie die konkrete Realisierung aussehen kann.